Konzept für einen Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof

INTERFRAKTIONELLER ERSETZUNGSANTRAG ZU V0428/25

Nutzungs- und Betreibungskonzept für einen Gedenkort mit einer Bildungs-, Vermittlungs- und kulturellen Begegnungsstätte Alter Leipziger Bahnhof, erstellt durch den Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof e. V.

Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
SPD-Fraktion
FDP/FB-Fraktion

Beschlussvorschlag:

Der Beschlussvorschlag wird folgendermaßen ersetzt:

Der Stadtrat unterstreicht ausdrücklich die herausragende Bedeutung eines Gedenkortes mit einer Bildungs-, Vermittlungs- und kulturellen Begegnungsstätte am Alten Leipziger Bahnhof für Dresden, Sachsen und die bundesweite Erinnerungskultur. Die Landeshauptstadt Dresden ist angehalten, ihrer historischen Verantwortung gerecht zu werden und diese dauerhaft zu verankern. Er nimmt das Nutzungs- und Betreibungskonzept für einen Gedenkort mit einer Jüdischen Bildungs-, Vermittlungs- und kulturellen Begegnungsstätte Alter Leipziger Bahnhof, erstellt durch den Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof e. V. im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden, zur Kenntnis.

Der Stadtrat beschließt:

Zur Sicherung der weiteren konzeptionellen und inhaltlichen Arbeit des „Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof e. V.“ im Jahr 2026 wird eine zweigeteilte Projektförderung in Höhe von insgesamt 100.000 € gewährt:

  • Es wird eine erste Projektförderung in Höhe von 75.000 € bewilligt. Die Mittel sind zweckgebunden für die professionelle Überarbeitung des Nutzungs- und Betreibungskonzepts sowie die Fortführung der Forschungs-, Bildungs-, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit.
  • Weitere 25.000 € werden freigegeben, sobald der Zuwendungsempfänger bis zum30.09.2026 der Landeshauptstadt Dresden (GB Kultur/Wissenschaft/Tourismus) ein „Strategie- und Maßnahmenpapier Bildungs- und Gedenkarbeit Alter Leipziger Bahnhof“ vorgelegt hat. Dieses Papier skizziert die schrittweise Weiterentwicklung der folgenden Bereiche und legt realistische Zeitachsen sowie priorisierte Ziele fest:
    • konkrete, altersangemessene Bildungsangebote (Module, Workshops, Führungen) insbesondere für Klassenstufe 8/9, die in Schulprogrammeintegrierbar sind, inkl. Materialien zur Vor- und Nachbereitung (z.B. in Kooperation mit der John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie der TU Dresden);
    • eine Kooperationsstrategie mit der Gedenkstätte Münchner Platz und der Gedenkstätte Bautzner Straße zur inhaltlichen Verzahnung der Dresdner Lernorte;
    • einen Zeitplan für einen Pilotbetrieb der Angebote (unter Berücksichtigung vonVorlaufzeiten für Schulen und realistischer Flächenverfügbarkeit).

Mit dem Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof e. V. ist das Nutzungs- und Betreibungskonzept im Jahr 2026 weiterzuentwickeln. Dabei ist eine detaillierte und nachvollziehbare Abwägung zur Entscheidung vorzulegen, in welche Entwicklungsschritte und Umsetzungsphasen das Konzept untergliedert werden kann, einschließlich Priorisierung der Notwendigkeit der einzelnen Bausteine. Für den Einstieg ist hierfür eine Variante zu unterbreiten, welche die Betreibungskosten insgesamt (insbesondere Personalkosten) deutlich reduziert. Gleichzeitig sind in allen Entwicklungsschritten Synergien in der Betreibung mit anderen (u. a. kommunalen) Einrichtungen auszuweisen.

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, im Rahmen der Weiterentwicklung des Nutzungs- und Betreibungskonzeptes zu klären, wie die Beteiligung des Freistaat Sachsen an der als Betreiber avisierten Einkommensstiftung privaten Rechts sowie dessen finanzielle Beteiligung, sowohl für die nötigen investiven Ausgaben, als auch für den laufenden Betrieb, mit der Landeshauptstadt Dresden geregelt werden kann und zu verhandeln, in welcher Höhe sich der Freistaat Sachsen finanziell und fortlaufend beteiligen wird. Dabei ist auch zu prüfen, inwieweit die Stiftung Sächsische Gedenkstätten in die künftige Träger- und Finanzierungsstruktur einbezogen.